Der Hürtgenwald trennt Deutschland von seinen westlichen Nachbarn, er ist eines der Symbole des wilden Germaniens: Ein hoher, finsterer Wald, enge Wege, verschlammt, undurchdringlich, bedrohlich. Bei den jüngsten Waldbränden waren die Rauchschwaden bis Köln zu sehen, 1.800 Bewohner mussten zeitweise evakuiert werden.
Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach der Sommerpause versuchte Friedrich Merz, den Vorgang für Klimapolitik zu instrumentalisieren: „Das ist Klimawandel.“ Und, an Kritiker der radikalen Klimapolitik gerichtet: „Ich will allen Leugnern des Klimawandels sagen: Schauen Sie sich das genau an, was hier passiert ist!“ Dazu ergänzte er: „Wir müssen auch mit dem Klimawandel leben.“
Merz versucht sich damit als Klimakanzler zu positionieren; er geht wohl davon aus, dass angesichts der still vor sich hinschrumpfenden SPD seine persönliche Rettung im Amt nurmehr mit den Grünen machbar sei. Katharina Dröge, Co-Fraktionsvorsitzende der Grünen, hatte in den Tagen vorher den Ton gesetzt – nur geringfügig schriller als Merz: „Brutale Hitze, tausende Tote – der Kanzler schweigt. Brennende Wälder – der Kanzler informiert sich und tut ansonsten nichts“, formulierte sie. Und: Die Bundesregierung „feuert“ die Klimakrise an, das Bremsen des Ausbaus erneuerbarer Energien sei „fatal und verantwortungslos“.
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