Der Bundesvorsitzende des Beamtenbunds, Volker Geyer, hat im Interview mit der Welt am Sonntag politische Vorstöße kritisiert, die das Berufsbeamtentum infrage stellen. „Wer Beamte beschimpft, greift die Menschen an, die dieses Land am Laufen halten. Und wenn Spitzenpolitiker diese Stimmung noch anheizen, ist das fahrlässig“, sagte Geyer.
Etwa Polizisten und Feuerwehrleute müssten demnach beruflich einiges einstecken. „Und gleichzeitig stellen Spitzenpolitiker das Berufsbeamtentum infrage. Ich frage mich manchmal, ob sie sich vorstellen können, was das mit meinen Kolleginnen und Kollegen macht, die jeden Tag ihren Kopf für dieses Land hinhalten.“ Zudem sei es, so Geyer, realitätsfern, die Arbeits- und Einstellungsbedingungen von Beamten als „Privileg“ einzuordnen. Eine solche Einschätzung habe „den Kontakt zur Wirklichkeit verloren“.
Politikern, die das Beamtentum kritisieren oder aus Kostengründen erwägen, nur höhere staatliche Positionen zu verbeamten, wirft Geyer populistische Stimmungsmache vor. Außerdem seien ihre Erwägungen im Sinne eines funktionstüchtigen Allgemeinwesens kontraproduktiv: „Die gleichen Politiker, die morgens Beamte als Privilegierte angreifen, erwarten abends einen funktionierenden Staat“, sagte Geyer.
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