„Bedrohtes Land“: Wie der Anti-AfD-Wahlkampf zur großen Heldenshow wird

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„Bedrohtes Land“: Wie der Anti-AfD-Wahlkampf zur großen Heldenshow wird
Bildquelle: Tichys Einblick

Wer in diesen Tagen als Brandmauer-Star etwas gelten will, muss den großen Mut aufbringen, für ein Fotoshooting als Brandmauer-Held in eine ihm womöglich vorher unbekannte Stadt zu jetten. Bitte, keine Details. In Magdeburg stehen am 6. September Landtagswahlen an, 14 Tage später dann in Mecklenburg-Vorpommern und in Berlin. Möglicherweise sind das letzte Mal so viele Westdeutsche kurz nach der Wende nach Magdeburg gekommen, besonders aus der zweiten und dritten Reihe aus Niedersachsen, um eine Karriere zu starten, von denen sie zuvor nicht einmal zu träumen wagen durften, wenn nicht die Menschen in Leipzig, in Plauen, in Dresden, in Halle, in Magdeburg, in Berlin und in vielen größeren und kleineren Städten der DDR gegen eine bis an die Zähne bewaffnete Staatsmacht auf die Straße gegangen wären.

Jetzt kommen all die Brandmauer-Bewacher, all die Stars und Starlets, Politiker und Politik-Pensionäre, alle, die zwar nicht besonders wichtig sind, dafür aber umso mehr wichtig tun, die Gratismutigen, um sich im großen Kampf um „unsere Demokratie“ der Weltöffentlichkeit zu präsentieren. Magdeburg gibt dafür nur die Kulisse ab. Denn in Magdeburg wird sich, so tröten sie, entscheiden, ob Deutschland zurückfällt in das Jahr 1933, in das Jahr 1925, in das Jahr 1906 oder in das Jahr 1333. Vielleicht sogar, man muss ja immer mit dem Schlimmsten rechnen, in das Jahr 919, als der Sage nach dem Herzog Heinrich dem Vogler oder dem Finker beim Finkenherd in Quedlinburg, während er Singvögel fing, kund wurde, dass er zum deutschen König gewählt worden war. Damit nahm für die Brandmauer-Patrioten Deutschland, mit anderen Worten das Unglück seinen Lauf.

Brandmauer-Medien fabulieren jedenfalls immer hysterischer, dass unsere Demokratie in Deutschland und auch auf Palau zusammenbricht, wenn in Sachsen-Anhalt nicht die SED-Linke mithilfe der verblockparteiten CDU an die Macht kommt. Die dysfunktionalen Eliten glauben wirklich in ihrer ganzen Mediokrität, dass gerade sie die Demokratie retten, dabei müssen sie nur einmal in den Entwurf von Dobrindts Stasi-Gesetz 2.0 und auf die Kommunal-Demokratur in Niedersachsen schauen, um ihren Irrtum zu begreifen. Doch Wahrheit und Irrtum, Wirklichkeit und Ideologie sind für sie keine Kategorien, für sie zählen nur Posten und/oder Prominenz.

Was sich hingegen dem nüchternen Blick jenseits der Idiosynkrasien und Verschwörungstheorien von Brandmauer-Politikern und Brandmauer-Promis zeigt, ist, dass man es lediglich mit einer Landtagswahl, eines sogar kleinen, bevölkerungsarmen Landes zu tun hat. Zweitens treten die wackeren Helden im Scheinwerferlicht nicht für, sondern gegen die Demokratie ein, sind sie Walter Ulbricht näher als Andreas Hermes, Otto Grotewohl näher als Leo Herwegen.

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