Wenn’s eng wird im Wahlkampf, wird hart hingelangt. Das ist nichts Neues. Franz Josef Strauß war berüchtigt dafür, wie er rhetorisch hinlangen konnte. Publizistische Gegner bezeichnete er 1978 als „Ratten und Schmeißfliegen“. Das war auch damals keine souveräne Sprache, aber wenigstens wusste jeder, woran er war. Und Strauß führte keine Prozesse gegen seine Kritiker. Er teilte aus, und steckte ein.
Friedrich Merz formuliert geschliffener. Seine Kritiker sind „Nöler, Nörgler, empörte Berufskritiker“, die „wegtreten“ sollen. Demokratie funktioniert allerdings nicht nach der Methode Kasernenhof, in der der Feldwebel Befehle bellen kann.
Merscher hatte den Bundeskanzler scharf angegriffen. Sie fragte ihn, warum er seinen Amtseid breche und „menschenverachtende und zerstörerische Gesetze“ wie das Sparpaket für die gesetzliche Krankenversicherung erlasse. Sie warf der Bundesregierung vor, ein Kliniksterben in Kauf zu nehmen und die medizinische Versorgung von Kindern zu gefährden.
Das war zugespitzt, polemisch und persönlich formuliert. Aber genau deshalb lädt ein Fernsehsender Bürger zu einem Gespräch mit dem Bundeskanzler ein: damit sie nicht die sorgfältig geglätteten Vorlagen des Bundespresseamts vortragen, sondern ihren Ärger, ihre Sorgen und ihre Kritik.
PUTINS KRIEG: Brisante Details! CIA-Chef machte Ansage in Moskau! Was macht Russland? | WELT STREAM














