Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter interessieren sich normalerweise für Fußball, Tiere, Videospiele, Eiscreme oder den nächsten Schulausflug. Ganz sicher nicht für den Nahostkonflikt und geopolitische Konflikte. Und von politischen Kampagnen wissen sie rein gar nichts. Dafür braucht es immer Erwachsene. Sehr „engagierte“ Erwachsene, denen so gar nichts mehr heilig ist außer deren eigene Weltanschauung.
Der Fall von Modena ist ein Lehrstück darüber, wie tief politische Ideologie inzwischen in Teile des Bildungswesens eingesickert ist: Nach übereinstimmenden Medienberichten, wir stützen uns auf die ausführliche Berichterstattung der Tageszeitung Il Giornale und des Resto del Carlino, sollen Kinder aus mehreren Grundschulen und einer Vorschule bei einer Veranstaltung „Free Palestine“ skandiert haben. Anwesend waren Lehrer, lokale Politiker und weitere Gäste. Für zusätzliche Brisanz sorgte die spätere Bekanntmachung, dass sich unter den Beteiligten auch eine Person befunden haben soll, gegen die Ermittlungen im Zusammenhang mit Terrorismusvorwürfen laufen.
Der Bürgermeister von Modena, Massimo Mezzetti, erklärte umgehend, die politischen Parolen seien nicht während seiner Anwesenheit gefallen. Sollte dies später geschehen sein, halte er den Vorgang für unangemessen. Kinder dürften nicht instrumentalisiert werden, ließ er wissen. Eine bemerkenswerte Aussage. Vor allem, weil sie vollkommen richtig ist. Kinder dürfen nicht instrumentalisiert werden. Punkt. Damit wäre die Debatte eigentlich beendet.
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