Für Tötung von George Floyd verurteilt: Warum Polizist Derek Chauvin unschuldig ist

vor etwa 20 Stunden

Für Tötung von George Floyd verurteilt: Warum Polizist Derek Chauvin unschuldig ist
Bildquelle: NiUS

Ein ehemaliger Staatsanwalt sprach jetzt in einem Podcast ausführlich darüber, warum der für die Tötung von George Floyd verurteilte Polizist Derek Chauvin unschuldig ist. Sein zentrales Argument lautet: Chauvin sei nicht die Ursache für den Tod von Floyd gewesen.

Das sagte der ehemalige stellvertretende Generalstaatsanwalt des US-Bundesstaats New Jersey, T.J. Harker, vor Kurzem im Counterweight-Podcast. Er schreibt derzeit ein Buch über den Fall: „Amerikanischer Sündenbock: Wie ein korruptes Justizsystem Derek Chauvin dem Mob opferte“. Das Buch soll Ende Oktober erscheinen. Chauvin war im April 2021 in den USA zu einer Haftstrafe von 22,5 Jahren verurteilt worden für die Tötung von Floyd.

Die Staatsanwälte hätten bereits am Tag nach dem Tod von George Floyd ein Zudrücken der Luftröhre, genannt „air choke“, an der Halsvorderseite als Todesursache ausgeschlossen – die Autopsie habe keine Halsverletzungen aufgewiesen, schildert Harker. Die Staatsanwälte hätten stattdessen seit Beginn auf die Theorie eines sogenannten „blood choke“ gesetzt, ein Zudrücken der Halsschlagadern an den beiden Seiten des Halses. Dies sei die Strategie der Anklage gewesen seit den Eröffnungsstatements. Erst als die Zeugen der Anklage aussagten, dass es unmöglich ist, einen Mann auf diese Weise zu töten oder auch nur bewusstlos zu machen, durch Druck auf nur eine Halsschlagader, änderten die Staatsanwälte in der Mitte des Prozesses ihre Theorie. Zum Verständnis: Chauvin kniete minutenlang auf dem Hals von Floyd, aber sichtbar nur einseitig.

Im Verlauf des Prozesses verlagerten sie den Schwerpunkt auf die Theorie, die sie in der ursprünglichen Anklageschrift noch verworfen hatte: lagebedingtes Ersticken, auch Asphyxie genannt. Der Gerichtsmediziner von Hennepin County, Dr. Andrew Baker, stützte weder die Annahme eines Erstickungstodes noch die einer Kompression der Halsschlagader oder eines lagebedingten Erstickens. Baker hatte die Autopsie von George Floyd durchgeführt. Seine Schlussfolgerung: Chauvin habe Floyds Tod nicht verursacht. Baker nahm einen Herz-Lungen-Stillstand als Todesursache an: Herz und Lunge versagten, während er von den Polizisten überwältigt und fixiert wurde.

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