So hatte sich Friedrich Merz die Rückkehr aus seinen Sommerferien vermutlich nicht vorgestellt. Seit dem 29. Juli hatte sich der Bundeskanzler mit Umfragewerten im Keller nicht mehr öffentlich gezeigt. Sommerferien müssen auch in der größten Staatskrise möglich sein.
Für seinen Wiedereinstieg nach der unverdienten Sommerpause wählte Merz Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen. Dort war wenige Tage zuvor der größte Waldbrand in der Geschichte des Landes gelöscht worden. Rund 1.800 Menschen mussten wegen des Feuers zeitweise ihre Häuser verlassen. Hunderte Hektar Wald wurden beschädigt. Die Einsatzkräfte kämpften tagelang gegen einen Brand, dessen Bekämpfung durch alte Weltkriegsmunition zusätzlich erschwert wurde. Merz wollte hier mit Outdoor-Jäckchen Volksnähe simulieren und den Einsatzkräften danken.
Aber schon während seiner Ansprache wurde immer lauter gepfiffen, Buhrufe gesellten sich hinzu. Merz mühte sich, gegen den Protest anzureden. Die Linke im Kreis Düren hatte zu einer Kundgebung aufgerufen. Unter den Demonstranten befanden sich auch Anwohner, die Merz’ lange Abwesenheit kritisierten. „Der Wald brennt und Friedrich pennt“, stand auf einem Plakat. Zumindest zeigte er sich nicht wie Emmanuel Macron in Frankreich während der Waldbrände auf einem Jet-Ski im Mittelmeer, der ebenfalls mit dem französischen Volkszorn zu kämpfen hat. Vielleicht können sich die beiden zu einer Selbsthilfegruppe zusammen telefonieren.
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