Freiheit und Tatkraft: Kulturwandel für einen müden Kontinent

vor etwa 2 Monaten

Freiheit und Tatkraft: Kulturwandel für einen müden Kontinent
Bildquelle: Tichys Einblick

Die Gegendemonstranten hört man schon von weitem. Doch die Lautstärke täuscht: Gerade einmal zwanzig bis dreißig Menschen haben sich mit Trommeln vor dem Olympia-Kongresszentrum im Westen Londons versammelt. Hier soll in wenigen Minuten die dritte Konferenz der Alliance for Responsible Citizenship (ARC) beginnen. Die Protestler sind in grün gekleidet, einer springt in einem Froschkostüm herum. Auf Plakaten und Flyern weisen sie auf die Klimakrise hin. Prominente Teilnehmer werden namentlich ausgerufen: „Nigel Farage“, ruft eine Frau ins Megafon; „du bist hier nicht willkommen“, antwortet der Sprechchor.

Ein Frosch warnt vor der Klimakrise

Auf Nachfrage erklärt einer der Demonstranten, man sei dagegen, dass die Konferenz den Klimawandel leugne, durch Unternehmer gesponsert werde, die ihr Geld mit Öl verdienen und eine Rückkehr zu fossilen Brennstoffen anstrebe. „Ihr Kritikpunkt ist also die Haltung zur Klimaproblematik?“ „Und es sind Faschisten!“

„Schmierige Faschisten raus aus London“

Ein Blick ins Programm wirft Zweifel an dieser Charakterisierung auf. Auf der Rednerliste finden sich Frauenrechtlerinnen, Philosophen, Medienunternehmer, Natur- und Geisteswissenschaftler. Da sind Ignat Solschenizyn, Sohn des sowjetischen Dissidenten Alexander Solschenizyn, Steven Koonin, Physiker und ehemals ranghoher Regierungsbeamter unter Obama, Yemi Osinbajo, ehemaliger Vizepräsident von Nigeria, aber auch Mike Johnson, der Sprecher des US-Repräsentantenhauses.

Nicht weniger vielfältig sind die Themen. Kern der ARC ist die Überzeugung, eine „better story“, eine „bessere Geschichte“ entwerfen zu können: „Wir lehnen die Unvermeidlichkeit des Rückgangs ab und suchen stattdessen Lösungen, die auf die höchsten Tugenden der Menschheit und ihre außergewöhnliche Fähigkeit zu Innovation und Einfallsreichtum zurückgreifen“, beschreibt ARC sich selbst. Ein Gegenentwurf zu destruktiven Ideologien wie der Transideologie, die die Identifikation mit dem eigenen Körper zerbricht, die Klima-Apokalyptik, die die Hoffnung des Menschen auf Zukunft zerstört, oder die Genderideologie, die Mann und Frau entzweit.

Vorträge und Diskussionsrunden ordnen sich jeweils einem von fünf Kernbereichen zu: Grundlegende Überlegungen zur Lage der westlichen Zivilisation, dazu, wie das soziale Gefüge gestärkt werden kann, sowie zum Wohlergehen des Menschen angesichts des technologischen Fortschritts. Sodann ein Forum zur Marktwirtschaft und schließlich eines zu Energiewirtschaft, Ressourcen und Umwelt.

Es bleibt nicht beim Reden über Kultur: Eine Ausstellung zeigt Bilder von Künstlern, die sich mit dem abendländischen Erbe auseinandersetzen, Musiker lockern nicht nur die Vortragsreihen auf, sondern bieten ebenfalls einen sinnlichen Eindruck vom Reichtum der künstlerischen Tradition.

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