„Win-Win“: Muslime erwägen bei Wahlsieg von Le Pen Frankreich zu verlassen

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„Win-Win“: Muslime erwägen bei Wahlsieg von Le Pen Frankreich zu verlassen
Bildquelle: Tichys Einblick

Fast jeder zweite in Frankreich lebende Muslim erwägt, das Land zu verlassen, sollte Marine Le Pen bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr gewinnen. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ifop hervor, die das französische Magazin Marianne in seiner Ausgabe vom 15. Oktober veröffentlicht. Zwischen dem 25. und 30. September 2026 wurden dafür 9.689 Erwachsene online befragt. Das Ergebnis dürfte für erhebliche politische Aufregung sorgen: 46 Prozent der befragten Muslime denken über eine Auswanderung unter einer Präsidentin Le Pen nach. Jeder Fünfte erklärt sogar, er werde diesen Schritt mit Sicherheit vollziehen.

Die Aussicht auf einen Regierungswechsel in Paris scheint bei einem beträchtlichen Teil der muslimischen Bevölkerung eine deutliche Bereitschaft auszulösen, Frankreich den Rücken zu kehren. Die Ankündigung allein sagt freilich noch nichts darüber aus, wie viele der Befragten ihre Überlegungen nach einer Wahl tatsächlich umsetzen würden. Geht man nach all den Amerikanern, die nach einem Wahlsieg Trumps das Land verlassen wollten, muss man sagen: hielt nicht stand.

In der französischen Gesamtbevölkerung beträgt der Anteil derjenigen, die bei einem Wahlsieg Le Pens eine Auswanderung erwägen würden, lediglich 21 Prozent. Besonders aufschlussreich ist allerdings eine weitere Zahl: Aber auch 44 Prozent der befragten Juden könnten sich vorstellen, Frankreich zu verlassen, die nach dem 7. Oktober 2023 eigentlich besonders unter radikalen Muslimen gelitten haben. Die beiden Religionsgemeinschaften kommen damit auf nahezu identische Werte, obwohl ihre politischen Erfahrungen und Befürchtungen keineswegs dieselben sein müssen. Die Erhebung offenbart, wie tief die gesellschaftlichen Gräben in Frankreich inzwischen reichen.

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