Nach Urteil wieder im Präsidentschafts-Rennen: Wie Marine Le Pen jetzt in die Offensive geht

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Nach Urteil wieder im Präsidentschafts-Rennen: Wie Marine Le Pen jetzt in die Offensive geht
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Marine Le Pen hat nach ihrer Verurteilung in zweiter Instanz angekündigt, bei den Präsidentschaftswahlen 2027 zu kandidieren. Damit geht sie ein Risiko ein, hält aber das Heft des Handelns wieder in ihrer Hand.

Die Fraktionsvorsitzende des Rassemblement National (Nationale Sammlungsbewegung) in der französischen Nationalversammlung hat schon öfter harte Entscheidungen getroffen, etwa 2015, als sie ihren Vater Jean-Marie als Ehrenpräsidenten aus der Partei ausschließen ließ, die damals noch Front National hieß. Jean-Marie Le Pen hatte in einem Interview mit dem rechtsextremen Blatt Rivarol seine berüchtigte Aussage von 1987 wiederholt, die Gaskammern seien „ein Detail der Geschichte des Zweiten Weltkriegs“.

Die Umbenennung 2018 war kein Etikettenschwindel wie bei der SED, die sich nach der Wende mehrmals umbenannte und heute unter „Die Linke“ firmiert. Sondern eine zentrale Strategie: die „Dédiabolisation“ (Entdämonisierung). Sie bedeutete die systematische Entfernung von Holocaustleugnern, Neonazis und offen rassistischen Figuren aus der Partei. Le Pen distanzierte sich explizit von antisemitischen Äußerungen ihres Vaters und positionierte den RN als republikanische, laizistische Kraft. Die Namensänderung war ein bewusster Bruch mit der belasteten FN-Geschichte.

Diese Linie zahlte sich aus: Die Partei gewann an Wählbarkeit, besonders bei Frauen und in der Arbeiterschaft. Umfragen zeigten einen Rückgang der Wahrnehmung als „extrem rechts“ oder „gefährlich für die Demokratie“. Gleichzeitig blieb der ideologische Kern (nationale Souveränität, strenge Einwanderungspolitik, Kritik an der Globalisierung) erhalten. Ihre klare Unterstützung Israels und die kompromisslose Haltung zur Islamisierung unterscheiden sie von vielen europäischen Parteien der Rechten. Früher als diese erkannte Marine Le Pen, dass die Normalisierung auch nötig war, um regierungsfähig zu werden.

Längst für breite Schichten wählbar: Marine Le Pen.

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