Fracking in Deutschland: Ein Viertel des Gasbedarfs aus eigener Erde – und die Politik schaut weg

vor 2 Monaten

Fracking in Deutschland: Ein Viertel des Gasbedarfs aus eigener Erde – und die Politik schaut weg
Bildquelle: Tichys Einblick

Während Deutschland sich weiterhin in energiepolitischer Selbstkasteiung übt, legt ein renommierter Experte Fakten auf den Tisch, die der ideologisch vernebelten Debatte den Boden entziehen könnten. Prof. Dr. Hans-Joachim Kümpel, ehemaliger Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), kommt in einem Gutachten für die Friedrich-Naumann-Stiftung zu einem klaren Ergebnis: Mit moderner Schiefergas-Förderung (Fracking) ließen sich unter konservativen Annahmen jährlich rund 20 Milliarden Kubikmeter Erdgas gewinnen – über mehrere Jahrzehnte hinweg. Das entspricht etwa einem Viertel des deutschen Gasbedarfs.

Was steckt hinter dem Begriff? Fracking – kurz für „Hydraulic Fracturing“ – ist kein monolithisches Bohrloch der 1950er Jahre, sondern das Zusammenspiel mehrerer hochentwickelter Technologien. Zunächst wird eine sogenannte Richtbohrung niedergebracht: Die Bohrung setzt senkrecht an, biegt sich dann in mehreren hundert Metern Tiefe präzise in die Horizontale und folgt der gasführenden Gesteinsschicht über Strecken von bis zu zwei Kilometern. Ein direkt hinter dem Bohrkopf platziertes Messsystem – „measurement while drilling“ – überwacht den Bohrverlauf in Echtzeit und steuert die Richtung zentimetergenau.

Aus einem einzigen Bohransatzpunkt werden typischerweise mehrere solcher Horizontalbohrungen abgeteuft – das sogenannte Multi-Well-Pad-Verfahren –, was den Flächenverbrauch an der Oberfläche dramatisch reduziert. Anschließend wird ein gezielt zusammengemischtes Fluid aus Wasser, Sand als Stützmittel, das die aufgerissenen Mikrorisse offenhält, sowie einer kleinen Menge Tensiden und anderen funktionalen Zusätzen unter hohem Druck in die Lagerstätte gepumpt. Die Tenside erfüllen dabei einen konkret messbaren Zweck: Sie senken die Oberflächenspannung des Fluids und erleichtern so den späteren Rückfluss der Flüssigkeit aus dem Gestein – was auch das Umweltrisiko begrenzt.

Im dichten Tongestein entstehen dadurch winzige Risse, durch die das Gas entweichen kann. Nach dem Frack-Vorgang wird der größte Teil der Flüssigkeit wieder zurückgepumpt und aufbereitet oder entsorgt.

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