Gegen die Feinde der Redefreiheit: Rubio erinnert in Athen an Würde und Größe europäischer Zivilisation

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Gegen die Feinde der Redefreiheit: Rubio erinnert in Athen an Würde und Größe europäischer Zivilisation
Bildquelle: Tichys Einblick

Parrhesia – so lautet das altgriechische Wort für die Freiheit der Rede. Sie war eine kulturgeschichtliche Errungenschaft des blühenden Stadtstaates Athen im fünften vorchristlichen Jahrhundert. Ein Streit mit Worten, bei dem jeder sein Argument öffentlich vorträgt und das Überlegene schließlich obsiegt – ein intellektueller Ringkampf ohne Scheu vor der Gegenrede oder vor Kritik. Parrhesia bedeutete das Aufblühen einer republikanischen Streitkultur, die aus der Würde des Einzelnen die gemeinsame Sache aller Bürger machte: Der republikanische Geist erwacht.

Doch auch sie, die Königsdisziplin der Freisinnigkeit, ist fragil – ähnlich wie die Athener Polis des Perikles, des Kleisthenes und der großen Tragödiendichter. Im zerstörerischen Vernichtungskrieg mit den kulturneidischen Nachbarn erlosch die Kraftzelle des europäischen Geistes. Die Flamme wanderte weiter nach Rom. Was blieb, war das Erbe der freien Rede. Das Feuer unserer Zivilisation.

Doch Friedrich Merz ist beileibe nicht der einzige Antagonist der individuellen Würde und der Redefreiheit. Sein gescheiterter Kollege in Paris dürfte ihm im Kampf gegen die Redefreiheit jederzeit zur Seite stehen. Emmanuel Macron bezeichnete in einer Ansprache Ende September in Madrid das Prinzip des amerikanischen Free Speech als das schiere Gegenteil von Redefreiheit. Freiheit brauche gemeinsame Regeln und müsse die Rechte anderer achten, so Macron. Selbstverständlich sieht sich Emmanuel Macron ganz persönlich als oberster Richter und Wächter über Moral, die Rede, über die Volksmoral und die Redefreiheit – der kleine Zensor von Paris.

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