Mayday Mayday – Flughäfen senden Notsignale, Drohnen bedrohen den Flugbetrieb

vor 9 Monaten

Mayday Mayday – Flughäfen senden Notsignale, Drohnen bedrohen den Flugbetrieb
Bildquelle: Tichys Einblick

Unbemannte Fluggeräte bedrohen die kritische Infrastruktur. Insbesondere für Flughäfen ist das Risiko inzwischen drastisch gestiegen. Zugleich zeigen sich grundlegende Defizite bei der Frage wirksamer Abwehrmaßnahmen. Der Blick auf Hintergründe, Gefahrenpotenziale und den aktuellen Zustand in Deutschland belegt den dringenden Handlungsbedarf.

Drohnen gelten längst nicht mehr nur als Spielzeug oder Freizeitgerät – sie werden zunehmend als Instrumente der Spionage, Überwachung und möglichen Sabotage genutzt. Laut dem Fachmagazin „Global Network and Intelligence“ werden sie „zu gezielten Aufklärungs- und Überwachungsoperationen, wie auch zu Sabotageakten eingesetzt“. Allein an militärischen Liegenschaften wurden in wenigen Monaten „500 Überflüge“ registriert.

Aus naheliegenden Gründen stellen Flughäfen attraktive Ziele dar: Sie zählen zur kritischen Infrastruktur (KRITIS), sind von zentraler Bedeutung für den öffentlichen Verkehr, für die Wirtschaft und nicht zuletzt für die Sicherheit von Fluggästen. Zugleich liegen sie auf dem Präsentierteller und sind kaum komplett abschirmbar. Vorliegende Zahlen belegen auch in Deutschland eine alarmierende Entwicklung: Laut Angaben der Deutsche Flugsicherung (DFS) wurden bis Ende August 2025 bereits 144 Vorfälle mit Drohnen an deutschen Flughäfen registriert – gegenüber 113 im Vorjahreszeitraum und 99 in 2023. Allein am internationalen Drehkreuz Frankfurt am Main waren es nach t-online.de bis dato 35 Behinderungen. Einige dieser Vorfälle wecken den Verdacht gezielter Aktionen – etwa im Rahmen hybrider Bedrohungen.

Mehrere Faktoren machen Flughäfen zu ausgesprochen verletzlichen Stellen:

Obwohl die Gefährdung lange erkannt ist, ist die Ausstattung mit adäquaten Mitteln zur Drohnenabwehr völlig unzureichend. Deutschland steht vor erheblichen technischen, organisatorischen und rechtlichen Hürden:

Es fehlen flächendeckend geeignete Systeme zur Detektion (Radar, Funk/Signal-Analyse, optische Sensoren) und Bekämpfung (Störsender, Netze, Abschuss, elektronische Übernahme). Der rechtliche Rahmen für Abwehrmaßnahmen wie das Abschießen von Drohnen über ziviler Infrastruktur ist bislang nicht geklärt.

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