Wer hätte es vor wenigen Jahren für möglich gehalten, dass eine Landtagswahl in Sachsen-Anhalt die Tektonik des deutschen Parteienwesens so schwer erschüttern würde, dass man jetzt konstatieren darf: Das machtvolle Konglomerat bislang staatstragender Parteien, von der Union über SPD und Grüne bis hin zu den Hilfstruppen der SED, hat mit der AfD und dem Kantersieg in Magdeburg erstmals einen ernsthaften Konkurrenten bekommen, der sich anschickt, nach der Macht zu greifen.
Für Friedrich Merz, Lars Klingbeil und Kollegen geht es künftig um Posten, Einfluss, Macht und persönliche Eitelkeiten. Die krachenden Niederlagen zehren an den Nerven. Regelmäßige öffentliche Blamagen, peinliche Larmoyanz angesichts des wachsenden Drucks und Bürgerbeschimpfung sind der Tribut persönlicher Überforderung – charakterliche Schwächen der Protagonisten des politischen Berlin treten unweigerlich zutage.
Verständlich, dass man aufgrund der fühlbaren persönlichen Fallhöhe die Maschine der Macht zur Abwehr der AfD auf Hochtouren laufen lässt. Prominente, von Dieter Hallervorden über den immer schriller werdenden Herbert Grönemeyer bis hin zu den Schauspielern Sandra Hüller und Christian Friedel mit ihrer Plakatkampagne gegen eine AfD-Alleinregierung in Sachsen-Anhalt – wir erleben eine nicht mehr endende Prozession willfähriger Promi-Erntehelfer des Parteienstaates. Alles wirkt monothematisch uninspiriert, und es scheint, dass die prominenten Mitstreiter nicht bemerken, dass gewiefte Taktiker aus dem Hintergrund der Parteien sie für ihren Einsatz für das Brandmauer-Kartell instrumentalisiert haben.
SACHSEN-ANHALT: AfD nun vor Regierungspoker – Lautes Schweigen von Merz nach CDU-Wahldebakel | LIVE









