Die Hauptstadt auf dem Präsentierteller

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Die Hauptstadt auf dem Präsentierteller
Bildquelle: Tichys Einblick

Die Worte des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Kai Wegner, sollten entschlossen wirken: „Wir werden uns nicht erpressen lassen!“ Doch das grandiose Staatsversagen kann er damit nicht mehr übertünchen. Zu groß ist der Schaden, den die kriminelle Erpressertruppe Rhysida angerichtet hat. Denn der Berliner Daten-GAU ist noch größer und gefährlicher als bislang bekannt. Seit Freitagnachmittag kann im Darknet nicht nur munter in Personalakten, Gehaltsabrechnungen und Behördenkorrespondenz gestöbert werden. In dem veröffentlichten Datenpaket befinden sich auch Unterlagen zum Zivilschutz, zum Operationsplan Deutschland und zum Schutz der Hauptstadt im Spannungs- und Verteidigungsfall. Aufgelistet sind Heizkraftwerke, Tanklager, Notstromanlagen, Umspannwerke, Wasserwerke, Haftanstalten, Krankenhäuser und Rüstungsunternehmen. Dazu kommen Risiken einzelner Anlagen, Betriebszeiten, Angaben über Wachschutz sowie private Telefonnummern von Notfallverantwortlichen.

Zu den früheren Opfern gehört die British Library. Der Angriff vom Oktober 2023 legte große Teile ihrer IT und ihrer digitalen Angebote lahm. Der technische Wiederaufbau dauerte Monate. Bereits im Juni 2023 hatte Rhysida die Hochschule Kaiserslautern angegriffen und gestohlene Hochschuldaten später teilweise veröffentlicht.

Im Mai 2025 traf es die Welthungerhilfe. Gestohlen wurden unter anderem Namen, Anschriften, Geburtsdaten, Telefonnummern sowie teilweise Zahlungsdaten und Spendenbeträge von Unterstützern. Auch diese Daten landeten zum Teil im Darknet. Das Muster bleibt immer dasselbe: Daten stehlen, Opfer erpressen und die Beute nach Ablauf des Ultimatums veröffentlichen.

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