Dass chinesische Solartechnik teils gravierende Sicherheitslücken aufweist, ist nichts Neues. Nun zeigt ein aktueller Fall jedoch, welches Ausmaß das Problem inzwischen tatsächlich annimmt. Vor allem die Fernsteuerung über das Internet schafft potenzielle Einfallstore für Dritte mit kriminellen oder anderweitig schädlichen Absichten.
Im August gelang es dem Kasseler Sicherheitsforscher Marlon Starkloff, Geschäftsführer der IT-Sicherheitsfirma Jakkaru, Zugriff auf iSolarCloud zu erhalten, die zentrale Plattform des chinesischen Herstellers Sungrow. Über sie verfolgen Kunden ihre Solaranlagen, zugleich verwalten Installateure und Sungrow selbst darüber die angeschlossenen Geräte. Sungrow zählt neben Huawei zu den größten Wechselrichterherstellern der Welt.
Wie eine Recherche der Zeit offenlegt, hatte Starkloff dadurch Zugriff auf insgesamt 470.000 Anlagen des Herstellers – 250.000 davon allein in Deutschland. Theoretisch wäre es ihm mit wenigen Klicks möglich gewesen, diese Anlagen gleichzeitig allesamt abzuschalten. Glücklicherweise waren jedoch keine Cyberkriminellen oder Terroristen am Werk, sondern ein besorgter Forscher, der sich schon öfter mit den Schwachstellen des heimischen Stromnetzes auseinandergesetzt hat.
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