Der junge Weiße als Staatsfeind Nr. 1

vor 2 Monaten

Der junge Weiße als Staatsfeind Nr. 1
Bildquelle: Tichys Einblick

Löwen, schlummert ihr denn noch? 
Unbesiegbar seid ihr doch.
 Brecht ihr eure Ketten nicht,
 dann verfällt die Chance schlicht – 
Ihr – ihr zählt – sie zählen nicht. – Percy Bysshe Shelley

Ich habe bis heute gewartet, in der Hoffnung, dieselben empörten Berliner, die 2020 anlässlich George Floyds Tod demonstrierten, würden auch in Henry Nowaks Fall vom Mehringdamm zum Hermannsplatz ziehen und dabei Plakate mit der Aufschrift „Being white is not a crime“ vor sich hier tragen.

Was bedeutet Henry Nowaks Tod nun für junge weiße Männer in Deutschland? Welche Rückschlüsse lassen sich ziehen? Manche haben in den letzten Jahren ganz ähnliche Erfahrungen wie Henry Nowak gemacht, doch den Messerangriff überlebt.

Einige wissen jetzt auch: Die Typen, die übers Mittelmeer kommen, sind nicht als Bittsteller hier. Echte Schutzsuchende ziehen nicht aus nichtigem Anlass das Messer. Sie suchen auch nicht ständig die Konfrontation. Ihre „Dominanzrituale“ gehen meistens nicht gut für die Einheimischen aus. Junge, weiße Männer haben selten ein Messer dabei. Deutsche Männer kennen zudem wenig Selbstachtung, das Ideal von Ehre und Würde gilt in ihrem Kulturkreis als rechts kontaminiert. Mann kann nicht verteidigen, was Mann nicht hat. Bei den „neuen Deutschen“ schlägt die kulturelle Prägung dagegen voll durch. Zwischen einem weißen Fahrkarten-Kontrolleur und einem migrantischen Schwarzfahrer, der sein Messer zieht, liegen 2000 Jahre Zivilisationsgeschichte.

US-Vize J.D. Vance zog einen nicht unpassenden Vergleich im Hinblick auf Henry Nowak: Er „starb, wie eine Zivilisation stirbt: im Stich gelassen, gefesselt von Behörden, die ihm weder vertrauen noch sich um ihn kümmern.“

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