„Dem Haus geschadet“: Ex-Tagesspiegel-Chef hat seine Artikel mit KI verfasst – jetzt darf er nichts mehr schreiben

vor 3 Monaten

„Dem Haus geschadet“: Ex-Tagesspiegel-Chef hat seine Artikel mit KI verfasst – jetzt darf er nichts mehr schreiben
Bildquelle: Apollo News

Der „Editor-at-large“ beim Tagesspiegel, Stephan-Andreas Casdorff, darf vorerst keine Artikel mehr veröffentlichen. Er hat beim Verfassen seiner Kommentare großflächig Künstliche Intelligenz eingesetzt. Das teilte die Zeitung in einer Stellungnahme in eigener Sache am Freitag mit. Casdorff werde „bis auf Weiteres“ nicht mehr publizistisch für den Tagesspiegel tätig sein, heißt es in der Mitteilung.

„KI ist auch für unsere Redaktion ein Werkzeug, das uns hilft, einzelne redaktionelle Arbeitsschritte zu vereinfachen und auch zu verbessern. Sie ist aber definitiv kein Mittel, das den Kern unserer Arbeit übernehmen darf. Die Urteilsbildung, die sprachliche Gestaltung und die Gewichtung von Informationen müssen immer in der Verantwortung der Autorinnen und Autoren liegen.“ KI dürfe deshalb nicht „ganze Texte“ verfassen.

Das sei in den internen Richtlinien verbindlich geregelt. Deshalb dürfe Casdorff keine Texte mehr beim Tagesspiegel veröffentlichen, auch wenn man diesen Schritt sehr bedauere, weil er gute Arbeit geleistet habe. „Es geht hier aber um den Kern der journalistischen Glaubwürdigkeit, die wir durch das seit einigen Wochen wiederholte Verwenden von KI-erstellten Meinungstexten gefährdet sehen.“

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