Die Ministerpräsidentenwahl in Sachsen-Anhalt wird allem Anschein nach auf einen richtigen Showdown hinauslaufen. Das ist man von solchen Wahlen eigentlich kaum gewohnt – doch dieses Mal ist das Ergebnis tatsächlich unberechenbar. Neuen Wind in die Sache gebracht hat die CDU. Die Fraktion der Christdemokraten hat angekündigt, den Saal zur Wahl des Ministerpräsidenten zu verlassen.
Dieser Boykott soll für die ersten beiden Wahlgänge gelten – zum dritten Wahlgang, in dem nicht mehr die absolute Mehrheit der Stimmen, sondern bereits die relative Mehrheit reicht, will die Fraktion wieder erscheinen. Das Manöver ist zwar ein recht durchsichtiger Versuch, mutmaßliche anonyme Abweichler aus der CDU an einer Stimmabgabe für Siegmund zu hindern.
Durch das gemeinsame Fernbleiben von der Abstimmung müssten Abweichler öffentlich mit der Fraktion brechen, um doch noch für den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund zu stimmen. Ihre Abwesenheit wirkt wie eine Nein-Stimme, da in den ersten beiden Wahlgängen die absolute Mehrheit der Mitglieder des Landtags erforderlich ist.
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