Das schnellstmögliche Matt im Schach wird als „Narrenmatt“ bezeichnet. Weiß wird bereits mit dem zweiten Zug von Schwarz mattgesetzt: 1. f3 e5 2. g4 Dh4#. Auf den ohnehin miserablen Eröffnungszug folgt ein noch schlechterer zweiter (und letzter) Zug. Man muss sich schon sehr närrisch anstellen, um in diese Falle zu tappen. Ein Vergleich mit dieser unfreiwillig komischen Schachvariante drängt sich angesichts des täppischen Verhaltens der CDU im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern geradezu auf.
In beiden Bundesländern schloss die Partei vor den Wahlen jegliche Zusammenarbeit mit der AfD aus. Das Resultat ist bekannt. In Mecklenburg-Vorpommern kam es sogar zu einem Matt in einem Zug. Die CDU ist im Landtag nicht mit einem einzigen Sitz vertreten. Es interessiert niemanden mehr, was sie in diesem Bundesland veranstaltet. Es gibt keinen zweiten Zug, zumindest nicht in dieser Partie. Ob es für die CDU nach den nächsten Landtagswahlen weitergehen wird, ist jedoch keinesfalls gewiss.
Aber auch die Zivilgesellschaft und die Wirtschaft wollen am Narrentisch nicht zurückstehen, allen voran BMW, das nun sein Leasingangebot für den Dienstwagen des neugewählten Landtagspräsidenten zurückgezogen hat. BMW-Chef Milan Nedeljković gab in der FAZ zu Protokoll, dass Rechtspopulismus und Nationalismus „Gift für einen weltoffenen Wirtschaftsstandort, der vom Welthandel lebt“, seien. Mag ja sein, und es ist sein gutes Recht, solche Neigungen bei der AfD zu unterstellen. Wenn er aber die Partei bekämpfen will, warum verhält er sich dann wie ein Narr? Denn nach diesem desaströsen Eröffnungszug (dem Zurückziehen des Leasingangebots) findet selbst ein Spieler mittlerer Spielstärke eine spielentscheidende Antwort.
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