Botswana: Demokratie, Wohlstand und kein Bedarf an deutscher Erziehung

vor 2 Tagen

Botswana: Demokratie, Wohlstand und kein Bedarf an deutscher Erziehung
Bildquelle: Tichys Einblick

Botswana – gut 1,6 Mal so groß wie Deutschland – ist seit der Unabhängigkeit von Großbritannien vor fast 60 Jahren durchgehend eine unbestechliche Demokratie und durch gute Regierungsführung ein erfolgreicher, wirtschaftlich stabiler Staat. Die in der Verfassung festgeschriebene Herrschaft auf Zeit wurde immer eingehalten. Alle Politiker akzeptieren, dass zu lange Amtszeiten (Präsidenten dürfen nur einmal wiedergewählt werden) die Politikverdrossenheit fördern würden.

Vorgaben aus Deutschland und anderen europäischen Staaten zur Regulierung des Artenschutzes werden nicht nur in Botswana als linker Neokolonialismus gewertet, der die Souveränität des Staates untergräbt. (Zur Erinnerung: Deutschland wollte die Einfuhr von Jagdtrophäen verbieten, während sich das Land wegen einer Überpopulation von rund 130.000 Elefanten mit großen Problemen im Zusammenleben von Mensch und Tier konfrontiert sieht. Auf der Basis von Wildzählungen werden jährlich Abschussquoten von maximal 400 Tieren festgelegt. Die Erlöse der Jagd gehen direkt an die Gemeinden und finanzieren dort Schulen, Krankenstationen oder Wasserversorgung.)

Ungeachtet politischer Differenzen ist vielen Afrikanern kürzlich ein Geduldsfaden gerissen. Deutschlands historische Niederlage bei der Wahl zum UN-Sicherheitsrat im Juni 2026 ist maßgeblich auf den politischen Vertrauensverlust in den afrikanischen Staaten zurückzuführen. Die Wahl war geheim, es gab jedoch starke Hinweise, dass neben Botswana, das sich wegen der herablassenden und respektlosen Verhaltensvorschriften beim Umgang mit Elefanten in Botswana oder Vorgaben bei sanitären Infrastrukturen in Nigeria offen zu der Ablehnung bekannt hat, auch andere afrikanische Staaten gegen Deutschland gestimmt haben. Die europäischen Konkurrenten Österreich und Portugal wurden als verlässlichere, weniger belehrende Partner wahrgenommen. Afrikanische Staaten empfinden die deutsche Berufshelfer-Politik in den Bereichen Gender-Rechte und Klimaschutz als belehrend und ideologisch.

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