Man konnte darauf warten, dass es zu diesem Schritt in einer britischen Großstadt kommen würde. In Birmingham in den post-industriellen West Midlands, das mit 1,2 Millionen Einwohnern als zweitgrößte Stadt des Königreichs gilt, beschloss der Stadtrat, dass britische Union Jacks und englische Flaggen mit dem roten Sankt-Georgs-Kreuz fortan unerwünscht sind. Zugestimmt haben die Fraktionen der regierenden Mehrheit, und das sind in Birmingham die zum Teil erzlinken Liberal Democrats, Grünen und die Unabhängigen, hinter denen sich häufig muslimische Kandidaten verbergen.
Der Stadtrat will nun die einstweilige Verfügung eines Gerichts suchen. Wenn ein Richter sich dazu bereit erklärt, dann sollen künftig rigide Strafen gegen das Hissen der eigenen Landesflagge möglich sein. Wer Union Jack oder Georgsflagge dann noch öffentlich an Laternenmasten oder ähnlichem hisst, müsste mit einer nach oben unbegrenzten Geldstrafe und bis zu zwei Jahren Gefängnis rechnen.
Vorausgegangen waren Streitigkeiten in einzelnen Stadtbezirken, in denen die lokalen Behörden die Flaggen entfernt hatten. Die Antwort auf diese Maßnahme war nicht immer freundlich gewesen, eher das Gegenteil, von „Belästigung und Einschüchterung“ der städtischen Mitarbeiter ist die Rede. Aber kann man den Birminghamern ihren Ärger verdenken? Das Zeigen der Landesflagge soll nun also ein Verbrechen sein. Wie will man am Ende noch irgendetwas bewahren in diesem Staat, der sich anscheinend selbst ablehnt?
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