Laut Angaben der Kantonspolizei Bern wurde die Exekutive am Wochenende alarmiert, weil sich mehrere Frauen im sogenannten „Paradiesli“ durch die Anwesenheit einer Transfrau gestört fühlten. Der Mann weigerte sich, den Bereich zu verlassen. Gespräche mit dem Personal und dem Präsenz- und Präventionsteam des Sicherheitsdienstes „taktvoll“ blieben erfolglos. Die Stimmung eskalierte zunehmend, woraufhin der Betrieb die Polizei rief – ein Schritt, den die Stadtregierung später als falsch bezeichnete.
Sechs Polizistinnen und Polizisten rückten im Freibad an. Zeugen schilderten gegenüber Medien wie 20min.ch, dass der Mann, der sich als Frau identifiziert, zu Boden gedrückt, mit Handschellen gefesselt und abgeführt worden sei. Dabei soll er mehrere Hämatome erlitten haben. Eine Polizistin wurde bei dem Einsatz von einer unbekannten Person angegriffen und leicht verletzt. Die Transfrau wurde zur Wache gebracht und nach der Aufnahme der Personaldaten wieder freigelassen. Nach dem Einsatz bildete sich spontan eine Solidaritätskundgebung, die friedlich verlief, es kam zudem zu einer unbewilligten Demonstration in der Berner Innenstadt.
Die städtische Direktion für Bildung, Soziales und Sport zeigte sich am Montag selbstkritisch. In einer offiziellen Mitteilung heißt es: „Der Entscheid erwies sich im Nachhinein als falsch.“ Die Stadt entschuldigt sich ausdrücklich bei der betroffenen Person. Gleichzeitig betont sie ihre Haltung: „Alle Personen, die sich als Frau identifizieren und als solche leben, haben Zugang zum freiwilligen FKK-Bereich Paradiesli.“ Im Härtefall gelte das in einem Ausweis festgehaltene amtliche Geschlecht, die betroffene Person habe die Zutrittsregelung erfüllt. Künftig sollen die Regeln klarer kommuniziert und das Personal besser geschult werden. Ein öffentlicher Leitfaden sei in Vorbereitung.
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