War dies die lang ersehnte ökonomische Wende? Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln meldete für 2025 einen spürbaren Anstieg der Direktinvestitionen ausländischer Investoren in Deutschland. Konkret stieg die Summe um über 50 Prozent auf 86 Milliarden Euro.
Unterm Strich könnte erstmals nach langer Zeit sogar ein knappes Plus beim Kapitalsaldo, also bei der Verrechnung von Zu- und Abstrom der Direktinvestitionen, stehen. Vor allem seit 2018, dem Jahr des Turnarounds der deutschen Industrie in den negativen Bereich, fielen die Nettokapitalflüsse mit dem Ausland immer tiefer in den negativen Bereich. Zwischenzeitlich verlor der deutsche Wirtschaftsstandort sogar bis zu 100 Milliarden Euro im Jahr an das Ausland. Hohe Energiekosten, die Regulierungsdichte und die Fiskallasten lassen Standorte wie die USA, China, Indien oder osteuropäische Horte ordnungspolitischer Vernunft wie Polen nun einmal interessanter erscheinen.
Für die Ökonomen des IW waren zwei Faktoren entscheidend für diese Bewegung: Zunächst einmal gilt Deutschland nach ihrer Interpretation als eine Art Safe-Haven-Investitionsstandort innerhalb der Europäischen Union. Seine regulatorische Berechenbarkeit – darüber wird noch zu reden sein – und der Versuch, den US-Zöllen und vermeintlichen politischen Risiken in den USA aus dem Weg zu gehen, hätten Deutschland in der Investorengunst aufgewertet, so das IW. Eine interessante Beobachtung, zumal in den USA fiskalische Vorteile bestehen, der Energiemarkt dereguliert wurde, während man in Deutschland eher den gegenteiligen Pfad beschreitet und die Unternehmen durch den nationalen energiepolitischen Alleingang schwer belastet. Aber sei’s drum.
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