Baden-Württembergs neue Ministerin für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Marion Gentges, hat sich dafür ausgesprochen, Wölfe bei wiederholten Angriffen auf Nutztiere abschießen zu lassen. In einem Interview mit dem Staatsanzeiger erklärte die CDU-Politikerin, der Schutz der Weidetierhalter müsse in solchen Fällen Vorrang haben. Voraussetzung sei allerdings, dass zuvor zumutbare Herdenschutzmaßnahmen ergriffen worden seien.
Gentges, von 2021 bis 2026 noch Justiz- und Migrationsministerin, verwies zunächst auf die Belastung der betroffenen Tierhalter. „Es geht nicht nur um materielle Schäden“, sagte sie. Wer mit Landwirten spreche, deren Tiere gerissen worden seien, wisse um das „sehr emotionale Verhältnis“ zu ihren Tieren. Wenn Weidetierhalter auf die Weide kämen und dort tote Schafe vorfänden, sei das „eine andere Dimension als eine abstrakte Angst vor dem Wolf“.
Zugleich betonte die CDU-Politikerin, dass der Wolf grundsätzlich auch eine ökologische Funktion erfülle. „Das stimmt“, antwortete sie auf den Hinweis, dass dem Wolf in der Natur eine wichtige Bedeutung zukomme. Die Weidetierhaltung in Deutschland habe sich im Grunde erst etabliert, nachdem große Beutegreifer verschwunden seien. Für den Boden sei Beweidung wichtig. Baden-Württemberg habe deshalb seit 2021 insgesamt 24 Millionen Euro für den Herdenschutz ausgegeben. „Wenn der Wolf trotzdem reißt, dann wird er weichen müssen“, erklärte Gentges.
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