Nicht nur der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, selbst, auch das Bundeskanzleramt hat in der Affäre um Wegners Umgang mit dem mehrtägigen Berliner Blackout im Januar die Unwahrheit gesagt und anschließend versucht, die Wahrheit unter Verschluss zu halten. Informationen, die der Tagesspiegel freiklagen wollte und die das Kanzleramt nun freiwillig herausgegeben hat, zeigen: Die bisherigen Angaben zu Gesprächen von Friedrich Merz und Wegner waren nicht nur irreführend, sondern wohl völlig aus der Luft gegriffen.
Am 3. Januar, unmittelbar nach dem linksextremen Anschlag auf die Stromversorgung von Teilen Westberlins, führte Kai Wegner ein erstes dienstliches Telefonat um 12:45 Uhr. Ab 13 Uhr ging er mit seiner Lebensgefährtin, der Bildungssenatorin, Tennis spielen. Im weiteren Verlauf des Tages sprach er mit verschiedenen Verantwortlichen – allerdings nicht mit Bundeskanzler Friedrich Merz, wie laut Kanzleramt während der gesamten Zeit des Stromausfalls.
Kai Wegner hat es geschafft, über jeden einzelnen dieser Aspekte zu lügen. So behauptete er zunächst, er habe sich den ganzen Tag „zu Hause eingeschlossen“, um telefonisch Absprachen zu treffen. Tage später musste er vermeintlich zugeben, er habe mittags „einfach den Kopf frei kriegen“ wollen und eine Stunde Tennis gespielt. Er erklärte faktenwidrig, er „habe in der Tat um 8 Uhr 8 begonnen, die Telefonate zu führen“. Und er behauptete am 5. Januar auch, am Vortag zum wiederholten Male mit dem Kanzler gesprochen zu haben.
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