Ein Demokrat gewinnt eine Wahl in New York. Eigentlich ist das keine Nachricht, die jene Euphorie erklärt, die der Sieg von Zohran Mamdani in den linken Medien Deutschlands auslöst. New York ist halt eine Hochburg der Demokraten. So what. Die Euphorie, die der neue Bürgermeister in staatlichen und staatsnahen Medien Deutschlands auslöst, erklärt sich durch seine Strategie. Auf diese setzt auch die deutsche Linke.
Zwar ist Mamdani kein Anti-Woker. Schon allein durch seine Zugehörigkeit zum Islam deckt der 34-Jährige wichtige Anforderungen für diese Wählergruppe ab. Doch er hat die Identitätspolitik in seinem Wahlkampf eben nicht in den Mittelpunkt gestellt. Auch nicht den Klimaschutz. Damit ist Mamdani Teil eines Bruchs einer Tradition der westlichen Linke, die in den späten 1970er Jahren begonnen hat – und ebenso Teil einer neuen Strategie, die sich auf klassische linke Themen konzentriert.
Mit alledem scheiterte die Linke aus einem wesentlichen Grund: Sie wollte eine Diktatur der Arbeiterschaft errichten. Doch vor allem eine Gruppe machte diese Revolution nicht mit: die Arbeiterschaft. Die Arbeiter wollten kein Paradies, das wie die DDR von abgehobenen Kadern geführt wird, zu Schlangen vor Supermärkten führt und in der Erschießung an der Mauer endete – die Arbeiter wollten lieber den Aufstieg in die Mittelschicht, den die westlich-kapitalistische Wirtschaftsordnung ihnen bot.
Also wendete sich die Linke auf dem Tunix-Kongress vom Arbeiter ab und Themen wie Klimaschutz, „gesunde“ Ernährung oder „queere“ Lebensformen zu.
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