Es ist eine Zeitenwende, die sich in Großbritannien gerade abspielt. Die Green Party hat auf ihrem Parteitag mehrere Beschlüsse gefasst, die sich zweifelsfrei als antisemitisch einordnen lassen. Obwohl sich die Radikalisierung linker Parteien auch in anderen westlichen Ländern bemerkbar macht, ist der Schritt, den die britischen Grünen gegangen sind, ein besonders drastischer Fall, der selbst große Teile der eigenen Partei fassungslos zurücklässt.
Jahrelang wurden dezidiert linke Parteien davor gewarnt, sich zunehmend von muslimischen und linksradikalen Milieus vereinnahmen zu lassen. Dennoch suchte man gezielt deren Nähe. Zu attraktiv erschien das Potenzial neuer Wählergruppen. Lange Zeit fehlte der Linken jedoch der nötige Köder. Klimawandel und soziale Gerechtigkeit allein reichten nicht aus, um Muslime, Afrikaner und Migranten aus nichteuropäischen und nichtchristlichen Ländern an sich zu binden.
Der 7. Oktober und der darauffolgende Krieg sowie die gesellschaftlichen Entwicklungen lieferten diesen schließlich. In Teilen der muslimischen Welt bestehen seit Langem starke Ressentiments gegenüber Israel und jüdischem Leben – nicht nur gegenüber dem Staat Israel, sondern auch gegenüber Juden außerhalb Israels.
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