Im deutschen Mittelstand macht sich Hoffnungslosigkeit breit. „39 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass sie ihr Unternehmen heute nicht mehr in Deutschland gründen würden. 79 Prozent sehen die Gefahr, dass Investitionen Deutschland dauerhaft verlassen. 92 Prozent rechnen 2026 nicht mit durchgreifenden wirtschaftspolitischen Strukturreformen“, ergab die jüngste Mitgliederbefragung des Internationalen Wirtschaftssenats (IWS).
Die Folge ist eine massive Zurückhaltung bei Investitionen. 82 Prozent planen mit einem Zeithorizont von weniger als zwei Jahren, 66 Prozent sogar mit weniger als zwölf Monaten. Die Ergebnisse deuten auf eine ausgeprägte Zurückhaltung bei langfristigen Investitionsentscheidungen hin. „Es gibt in der Bundesregierung eine große Diskrepanz zwischen Reform-Rhetorik und Taten“, sagt IWS-Präsident Prof. Stefan Kooths im Gespräch mit NIUS.
„Die Probleme sind hausgemacht“, so Kooths, im Hauptberuf Konjunkturchef am Kieler Institut für Weltwirtschaft, und verweist auf eine Energiepolitik, bei der gleichzeitig Kraftwerke gesprengt und neu gebaut werden. „Jeder weiß, dass wir den Strompreis nicht ewig subventionieren können.“ Bei der Rente beschließe man erst Unsinn, um dann eine wirkliche Reform zu versprechen. Beim Bürgergeld sei die tiefgreifende Reform ganz ausgefallen. Und selbst das Hochfahren der Verteidigungsausgaben sei für Unternehmer keine gute Nachricht, weil klar ist, dass die Kredite von heute die Steuern von morgen sein werden.
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