In Belfast braut sich gerade alles zusammen, was in der britischen und europäischen Migrationspolitik in den vergangenen Jahren schiefgelaufen ist. Der schockierende Messerangriff eines sudanesischen Asylbewerbers, der mitten auf offener Straße versuchte, sein Opfer zu enthaupten, sorgte unter Anwohnern zunächst für Erschütterung – danach folgte Wut. Behördenversagen, Schlupflöcher für Schleuser, offene Grenzen: Die Migrationspolitik europäischer Länder ist krachend gescheitert – und das spiegelt sich in der Messerattacke von Belfast wider.
Wie in kaum einem anderen Land machen sich Einwanderung und die darauffolgenden Spannungen in der Gesellschaft so bemerkbar wie in Großbritannien. Dass die Stimmung am Dienstag gerade in Belfast kippte, verwundert kaum. Jahrzehntelang war Belfast das unbestrittene Epizentrum der „Troubles“, also der blutigen Auseinandersetzung zwischen irisch-katholischen Sezessionisten und den überwiegend protestantischen Unionisten. Tausende Menschen verloren dabei ihr Leben, und die Stadt wird bis heute von einer gigantischen Mauer durchzogen.
Erst Mitte der Neunziger kam es zu einer ersten Friedenswelle, nachdem die Irisch-Republikanische Armee im Sommer 1994 ihre Kampfhandlungen eingestellt hatte. So richtig zur Ruhe kam die Region jedoch nie. Das durch den Bürgerkrieg entstandene Leid hat die Gesellschaft nachhaltig gespalten. Das wirkte sich auch auf die Migration in dem Land aus. Nordirland ist ethnisch so homogen wie keine andere Region des Vereinigten Königreichs. Während englische Landesteile einen regelrechten Migrationsboom erlebten, blieb Nordirland davon fast unberührt. Laut der Volkszählung von 2021 bezeichneten sich 96,6 Prozent der in Nordirland lebenden Personen als „weiß“.
SACHSEN-ANHALT: Beben bringt Schulze ins Wanken! AfD rechnet mit vielen Partei-Überläufern | LIVE














