Wahlkampf zu Weihnachten – SPDler stellen sich vor die Weihnachtsmärkte und verteilen Olaf Scholz-Flyer, Robert Habeck klappert die Küchentische ab und predigt Empathie und Nächstenliebe. Für linke Parteien kann man sich kaum eine bessere Zeit vorstellen. Es ist die Zeit des schlechten Gewissens. Die Zeit, in der man von den Geistern der vergangenen, diesjährigen und zukünftigen Weihnacht heimgesucht wird und dann doch irgendwie die Eisbären retten will. Man hört nachts die Ketten rasseln und sieht das einsame Grab vor sich – vielleicht ist ein Kind, das Gender Studies studiert, doch besser als allein zu sterben.
Sollten wir doch die Menschen willkommen heißen, die weniger haben als wir – wenigstens einen metaphorischen Stall frei machen? Das Entenkoma legt die Körperfunktionen lahm und das Blut erreicht den Kopf nicht mehr, die Räuchermännchen geben einem den Rest. Vielleicht sollte man doch mehr Kompromisse eingehen, nicht immer vom Schlechtesten ausgehen. Es ist doch Weihnachten. Die Priester und Pastoren auf den Kanzeln geben alles, warnen vor Parteien, die sich christlich geben, aber die Lehren Gottes nicht verstanden haben. Wen würde Jesus wählen? Eigentlich war er ja auch Sozialist.
Dann setzen auch noch die verzerrten Kindheitserinnerungen ein. Schon wieder keine weiße Weihnachten? Vielleicht sollte man doch ein bisschen mehr Fahrrad fahren. Und mehr Sport machen, nimmt man sich in einer Woche ja eh wieder fürs neue Jahr vor. Kein Wunder, dass Robert Habeck sich so eine Schickeria-PR-Agentur gegönnt hat. Der kleine Lord, Charles Dickens und Aschenbrödel haben die Vorarbeit geleistet, dann kommt Söder um die Ecke und meint noch, ein Weihnachtslied singen zu müssen – Jackpot. Und die Chancen stehen super, wenn man gegen Ebenezer Scrooge und den weiblichen Grinch antritt.
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