Krisenkommunikation ist komplex. Sie ist vielschichtig, psychologisch anspruchsvoll und verfolgt vor allem ein Ziel: Kunden, Lieferanten und Investoren zu beruhigen. Im Falle von Volkswagen muss man jedoch feststellen, dass dies nur sehr bedingt gelingt.
Offensichtlich hat der Vorstand eine Art Salamitaktik gewählt, um die Märkte schrittweise darauf vorzubereiten, dass dem Konzern ein tiefgreifendes Reinemachen bevorsteht. Zunächst war von 25.000 Stellen die Rede, später von 50.000, zuletzt standen 120.000 Arbeitsplätze auf der Kippe. Seit Wochenbeginn kursiert nun sogar die Schreckenszahl von 200.000. Das entspräche nahezu 30 Prozent der weltweiten Belegschaft des Konzerns. Man ahnt, wie groß die Probleme bei Volkswagen tatsächlich sein müssen.
Inmitten dieser kaum noch kontrollierbaren Eskalation des Nachrichtenstroms folgte schließlich die bemerkenswerte Ankündigung des Vorstands, die Produktion, die zuletzt unter die Marke von neun Millionen Fahrzeugen gefallen war, in absehbarer Zeit wieder auf zehn Millionen Einheiten steigern zu wollen.
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