„Wir wollen verhindern, dass die zerstörten Pipelines jemals wieder ein strategisches Werkzeug Russlands werden“, sagte Ursula von der Leyen laut Agenturberichten. Konkret soll das kommende Sanktionspaket der EU nicht nur wirtschaftliche Aktivitäten rund um den Bau, sondern auch ausdrücklich jede Form von Instandsetzung oder Wiederinbetriebnahme der Nord Stream Pipelines verbieten. Damit reagiert Brüssel auf die nach wie vor ungeklärte geopolitische Lage rund um die sabotierten Röhren in der Ostsee – und auf wachsenden Druck transatlantischer Partner.
Nord Stream 1 und Nord Stream 2 bestehen jeweils aus zwei Strängen, die ursprünglich konzipiert wurden, um russisches Erdgas durch die Ostsee direkt nach Deutschland zu transportieren. Die Pipelines, finanziert und betrieben vom russischen Staatskonzern Gazprom, wurden im Herbst 2022 durch mehrere Explosionen schwer beschädigt. Obwohl Teile der Infrastruktur noch intakt sind, gelten sie seitdem als weitgehend funktionsunfähig.
Bis heute fehlen Beweise, wer hinter den Explosionen steckt. Die internationale Ermittlergemeinschaft hat zwar zahlreiche Theorien aufgestellt – von russischen oder amerikanischen Geheimoperationen bis hin zu einer inoffiziellen ukrainischen Sabotageaktion durch eine Amateurgruppe –, doch eine abschließende Klärung steht weiterhin aus. Besonders die These einer dilettantischen Operation ukrainischer Akteure mit einem gecharterten Fischerboot sorgt in sicherheitspolitischen Kreisen für Kopfschütteln.
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