Nach bereits vereinbarten 3.900 Stellenstreichungen könnten nach Informationen aus Unternehmenskreisen weitere 4.000 Jobs wegfallen. Davon besonders betroffen sind Verwaltung und Management. Am Entwicklungsstandort Weissach sollen 30 Prozent der Kapazitäten gekürzt werden. Bis Ende Juli soll entschieden werden, wie tief die nächsten Schnitte ausfallen. Die Maßnahmen seien eine direkte Reaktion auf die anhaltende Absatzkrise und auf den Druck der Investoren.
Im ersten Quartal 2026 sanken die Auslieferungen um 14,7 Prozent auf 60.991 Fahrzeuge. Das operative Ergebnis brach um 21,9 Prozent auf 595 Millionen Euro ein, die operative Marge fiel von 8,6 auf 7,1 Prozent. Der Umsatz ging um 5,2 Prozent auf 8,4 Milliarden Euro zurück. Die Gründe liegen in der Beendigung der Verbrennermotoren-Produktion beim 718er-Modell, dem Hochlauf des elektrischen Macan im Vorjahr sowie im Auslaufen von Förderungen in den USA. Besonders stark traf es den wichtigen China-Markt mit einem Minus von 21 Prozent.
Porsche-CEO Michael Leiters steht unter Druck: Bei der Hauptversammlung im Juni drängten Investoren auf einen schnelleren Sanierungskurs. Leiters räumte ein, dass das Portfolio zu komplex geworden sei. Die Zahl der Varianten soll daher deutlich reduziert werden. Gleichzeitig prüft das Unternehmen den Ausbau margenstarker Modelle – sowohl bei klassischen Sportwagen als auch bei großen SUVs. Die vollständige Strategie „Strategy 2035“ will Leiters erst am Kapitalmarkttag am 7. Oktober detailliert vorstellen. Sie zielt auf eine schlankere, schnellere Organisation mit Fokus auf die sportliche Marken-DNA, reduzierte Modellvielfalt und operative Exzellenz. Das alte Ziel einer 20-prozentigen Marge („Road to Twenty“) wurde bereits auf realistischere 10 bis 15 Prozent korrigiert.
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