Die Füllstände der deutschen Gasspeicher liegen auf einem erschreckend niedrigen Niveau – so niedrig wie seit Jahren nicht mehr zu diesem Zeitpunkt. Und mit jedem Tag, der vergeht, rückt die Möglichkeit einer echten Mangellage im Winter näher. Die Besorgnis in Politik und Wirtschaft wird zusehends größer. Vor allem aus dem Maschinenbau kommen nun Warnungen.
Am vorvergangenen Donnerstag waren die deutschen Gasspeicher zu 50,2 Prozent gefüllt. Nach Angaben des Speicherverbands INES ist das der niedrigste Stand für diese Jahreszeit seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2011. Zum 27. August waren es mit rund 51,45 Prozent zwar etwas mehr als eine Woche zuvor, doch auch das ist keine positive Meldung. Denn ein Jahr zuvor, Anfang September, lag der Wert noch bei 70,65 Prozent. Besonders erschreckend fällt der Blick auf die Füllstände der deutschen Gasspeicher auch dann aus, wenn man den europäischen Vergleich heranzieht. Der Verband Gas Infrastructure Europe (GIE) meldet für den 11. August 2026 einen EU-Füllstand von 59,4 Prozent.
Vor diesem Hintergrund schlägt nun der Branchenverband VDMA, der über 3.000 Unternehmen der Schlüsselindustrie Maschinen- und Anlagenbau mit rund einer Million Beschäftigten vertritt, Alarm. „In der Branche wächst in Anbetracht der langsamen Speicher-Befüllung die Sorge über Versorgungsengpässe im kommenden Winter“, sagte Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des VDMA, Anfang der Woche in Frankfurt. Erdgas werde Brodtmann zufolge im Maschinen- und Anlagenbau für viele kritische Prozesse benötigt, vor allem in Gießereien und bei der Wärmebehandlung von Metallen, die sich nicht kurzfristig auf andere Energieträger umstellen lassen.
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