„Jetzt ist das alles in sich zusammengefallen“, sagte der ehemalige österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz nach der erfolgreichen Gerichtsverhandlung am Montagmorgen zu den Vorwürfen gegen sich. Das Oberlandesgericht Wien hatte zuvor den 38-jährigen Politiker vom Vorwurf der Falschaussage freigesprochen. Das Urteil hebt die vorausgegangene Verurteilung zu acht Monaten Haft auf Bewährung durch das Landgericht Wien aus dem Frühjahr 2024 auf. Kurz legte Berufung ein.
Die Verurteilung vom Landgericht Wien hatte Sebastian Kurz, der zwei österreichische Regierungen als Kanzler führte, im Zuge der sogenannten ÖBAG-Affäre bekommen. Das Gericht war damals der Ansicht, Kurz habe seine Rolle bei der Aufsichtsratsbestellung der Staatsholding ÖBAG im Ibiza-Untersuchungsausschuss abgetan. Dort wurde er nach seiner Rolle in der Affäre befragt und hatte laut Anklage den Eindruck erwecken wollen, er hätte mit dem Vorgang im Wesentlichen nichts zu tun gehabt.
In der Affäre war zunächst der langjährige Kabinettschef und Generalsekretär im Finanzministerium, Thomas Schmid, umstritten zum Chef der Holding gekürt worden. Zuständig für solche Bestellungen war der Aufsichtsrat, der in diesem Fall von ÖVP-Finanzminister Hartwig Löger nominiert worden war – Kurz gab an, damals keinen Einfluss auf die Entscheidung gehabt zu haben. Die österreichische Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft hatte nach der Ibiza-Affäre rund um den Politiker Heinz-Christian Strache zeitgleich jedoch Chatnachrichten ausgewertet, die angeblich die Aussagen von Kurz im Ausschuss widerlegt hatten. Kurz war nach den Korruptionsvorwürfen 2021 als Kanzler zurückgetreten.
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