Ungarn hat einen neuen, heftigen politischen Skandal: Eine heimlich aufgezeichnete Tonaufnahme bringt Verteidigungsminister Kristóf Szalay-Bobrovniczky in schwere Erklärungsnot – und entfacht eine Debatte über die tatsächlichen sicherheitspolitischen Absichten der Regierung von Ministerpräsident Viktor Orbán.
Die Ton-Aufnahme, die nun Oppositionsführer Péter Madár veröffentlicht hat und die laut seiner Quelle aus dem Jahr 2023 stammt, dokumentiert eine interne Rede Szalay-Bobrovniczkys vor hochrangigen Militärs. Darin spricht der Minister offen von einer Abkehr von der Friedenspolitik und dem Eintritt in eine „Phase null auf dem Weg zum Krieg“.
Der Minister beschreibt die politische Linie Ungarns gegenüber der NATO als „veraltet“ und kündigt an, das Militär durch eine gezielte Personalpolitik neu auszurichten – weg von erfahrenen NATO-Offizieren, hin zu „loyalen, strategisch denkenden Patrioten“.
In der Aufnahme – die inzwischen als echt bestätigt ist – erklärt Szalay-Bobrovniczky, die „Verjüngung“ der Armeeführung sei kein personeller Zufall, sondern Teil eines systematischen Umbaus. Ziel sei es, die ungarische Armee auf einen bevorstehenden Konflikt vorzubereiten. Die Rhetorik ist klar: Der Minister spricht von einem „mentalitätsbedingten Friedensfetischismus“, der überwunden werden müsse, um die nationale Verteidigung ernsthaft und realitätsnah zu organisieren.
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