In Deutschland leben noch etwa 5,7 Millionen Menschen, die vor dem 6. Juni 1944 geboren wurden. Die allermeisten von ihnen waren Kinder, als die Amerikaner in der Normandie landeten. 5000 alliierte Soldaten ließen an jenem Tag ihr Leben auf den mörderischen Strandabschnitten, viele von ihnen fast selbst noch Kinder, um Europa von Tyrannei und Barbarei des Nationalsozialismus zu befreien.
„Achtung, Reichelt!“ vom 8. Juni sehen Sie hier:
Grundgesetz, Meinungsfreiheit und den Erhalt der westlichen Zivilisation auf unserem Kontinent verdanken wir einzig und allein diesen jungen Männern und Teenagern, die, ohne zu fragen und ohne zu murren ihre Bauernhöfe und ihre Hörsäle verließen, weil die Geschichte und das Schicksal ihnen diese unmögliche Aufgabe auflasteten. Es waren ganz normale Männer, die mit Europa nichts verband außer der Glaube an universelle Werte, die das größte und tapferste Freiheitswunder der Weltgeschichte vollbrachten. Dieser Tag, D-Day, ist kein fernes historisches Datum auf den schwarz-weißen Buchseiten der Menschheit.
Es ist ein Tag, den Millionen lebende Deutsche noch miterlebt haben.
Gerhard Schröder zum Beispiel ist einer dieser Deutschen. Er wurde genau zwei Monate vor D-Day als neuer Untertan des deutschen Hitler-Wahnsinns geboren, doch sein nahezu komplettes Leben durfte er nicht nur in Freiheit verbringen, sondern politische Macht durch die Kraft seiner freien Worte erobern, das Land prägen, den deutschen Wohlstand mehren und sich selbst friedlich in die Geschichtsbücher schreiben.
Gerhard Schröder wird im Oktober 2002 von Wolfgang Thierse vereidigt.
Für Europa und uns Deutsche kamen Freiheit und Menschenwürde unter Feuer und schwersten Verlusten zurück auf den unterworfenen Kontinent. Und nicht nur erlösten junge Amerikaner Europa von den Schrecken des Nationalsozialismus. Sie sorgten über Jahrzehnte auch dafür, dass Stalinismus, Kommunismus und Sozialismus in Deutschland und Europa nicht weiter vorrücken konnten. Wer das blutige Wunder von Omaha Beach nicht kennt, der kann die Freiheit niemals wertschätzen – und wird, so fürchte ich, nur allzu leichtfertig bereit sein, sie herzuschenken.
Freiheit, so sagte Reagan, ist immer nur eine Generation von ihrer Auslöschung entfernt.
US-Präsident Ronald Reagan betonte immer, dass Freiheit und Wohlstand den Kommunismus überwinden würden.
An all das muss ich denken, wenn ich besonders am Jahrestag dieses 6. Juni auf die politische Lage in unserem Land blicke.
Während die CDU vor unseren Augen selbstverschuldet untergeht und von der AfD als neue Volkspartei abgelöst wird, verirrt sich das neue, vor allem junge rechte Lager im Relativismus zwischen dem freien Westen und den autoritären Mächten des Ostens, zwischen Individualismus und Kollektivismus. Ich persönlich halte die AfD nicht für extremistisch, völkisch oder auch nur strukturell ausländerfeindlich.
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