Schottland gilt als das windreichste Land Europas. Dennoch zahlte die schottische Regierung Betreibern von Windkraftanlagen im vergangenen Jahr 347 Millionen Pfund, damit sie keinen Strom produzieren, wie die Daily Mail am Dienstag berichtete. In 27 von 32 Regionen („council areas“) gibt es dort Windkraftanlagen an Land, hinzu kommen zahlreiche Offshore-Anlagen. Die Kosten dafür, dass Windkraftanlagen still bleiben, tragen letztlich Privatpersonen und Firmen über ihre Stromrechnungen.
Wenn das Stromnetz überlastet ist und der Strom nicht von den Anlagen ins Hinterland transportiert werden kann, müssen die Windräder abgeschaltet werden. Stattdessen werden dann Gaskraftwerke hochgefahren, um die Spannung an anderen Orten auszugleichen. Das verteuert die Stromkosten. Für das Abschalten der Windräder und das Betreiben der Gaskraftwerke wurden 2025 insgesamt 1,4 Milliarden Pfund gezahlt – was rund 1,6 Milliarden Euro entspricht.
Im Vergleich zu 2024 stiegen die Kosten um knapp 18 Prozent: 2024 wurden 1,2 Milliarden Pfund gezahlt, um Gaskraftwerke anstatt Windräder zu betreiben. Trotz der hohen Kosten will die Regierung an ihrem Kurs festhalten. Ein Sprecher des Ministeriums für Energiesicherheit und Klimaneutralität erklärte laut Daily Mail: „Wir machen jahrzehntelange Unterinvestitionen rückgängig und führen die größte Modernisierung des Stromnetzes durch. Dadurch werden die Ausgleichskosten minimiert, die benötigte Kapazität für saubere Energie bis 2030 bereitgestellt und die Stromrechnungen für Haushalte dauerhaft gesenkt.“
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