„Man kann selbstverständlich das, was Donald Trump jetzt versucht, mit dem vergleichen, was Mussolini Anfang der 20er Jahre in Italien versucht hat, was Hitler nach 1933 in Deutschland umgesetzt hat.“ So beantwortet der Bayerische Rundfunk nach nicht einmal 20 Sekunden die selbst gestellte Frage „Sind die USA auf dem Weg in ihr drittes Reich?“
Der Beitrag des Formats „Possoch klärt“, der den Titel „Wie viel Nazi-Ideologie steckt in Trumps USA?“ trägt, offenbart schnell, dass man sich längst von jeglicher journalistischer Sorgfalt und Neutralität verabschiedet hat. Es ist ein blindes Schießen mit Worthülsen und inhaltsleeren Parolen. „Was geht da gerade ab?“, fragt Moderator Dominic Possoch. „Faschismus natürlich!“, erklärt Jason Stanley, Philosophieprofessor mit Schwerpunkt Faschismus, der vor Trumps Autokratie von der Yale-Universität in den USA nach Kanada geflüchtet ist.
Als Beispiel wird Stephen Miller, stellvertretender Stabschef und Berater Trumps im Weißen Haus, als Beispiel und „Architekt der MAGA-Bewegung“ herangezogen. Dieser hatte auf der Trauerfeier für Charlie Kirk, den „erschossenen ultra-rechten MAGA-Influencer“, eine Rede gehalten. „Kommentatoren sahen darin eine Ähnlichkeit zu einer Rede von Joseph Goebbels 1932“, erklärt Possoch. Miller hatte in der Rede davon gesprochen, dass die Ideen Kirks durch seine Ermordung nicht beendet, sondern unsterblich gemacht wurden. Goebbels sprach 1932 in einer Rede davon, dass Horst Wessel nach seinem Tod zum Märtyrer aufgestiegen sei und das deutsche Volk wie ein Sturm losbrechen werde. Auch Miller hatte in seiner Rede davon gesprochen, dass die Bewegung um Charlie Kirk wie ein Sturm sei.
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