Der deutsche Außenminister Johann Wadephul behauptete am Sonntagabend bei Caren Miosga und am Montagabend im heutejournal, man habe die Deutschen im Vorfeld der Kriegshandlungen in Nahost davor gewarnt, die Region zu bereisen – und brandmarkte damit zahlreiche Touristen, die nun festsitzen, vor einem Millionenpublikum als verantwortungslose Bürger, die an ihrem Schicksal im Grunde selbst schuld seien. Fakt ist jedoch: Eine Reisewarnung hat das Auswärtige Amt erst am Tag des Angriffs auf Iran ausgesprochen.
„Das ist eine Kriegssituation, mit der wir irgendwie versuchen müssen, umzugehen. Wir hatten ja auch davor gewarnt, in diese Region noch zu reisen, aber wir werden natürlich jetzt weiterhelfen. Das tun wir über das ganze Wochenende schon und das setzen wir jetzt fort“, so der Außenminister zu Moderatorin Marietta Slomka, die ihn am Montagabend im heutejournal gefragt hatte, ob es nicht ziemlich gefährlich sei, Menschen jetzt per Flugzeug nach Hause zu holen.
Die Message des Außenministers ist klar. Er sagt: Die Menschen, die nun in einer misslichen Lage stecken, haben sich ihre Situation im Grunde selbst zuzuschreiben. Um dann „großzügig“ nachzuschieben: Natürlich kümmere man sich trotzdem um sie.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











