„Ich werde oft gefragt, weshalb ich noch in Deutschland lebe“

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„Ich werde oft gefragt, weshalb ich noch in Deutschland lebe“
Bildquelle: Tichys Einblick

Tichys Einblick: Herr Zitelmann, Sie sind bereits zum vierten Mal beim FreedomFest, der größten libertären Konferenz der USA, dabei. Wie ist es dazu gekommen, dass Sie hier quasi zum Repräsentanten der deutschen Marktwirtschaft wurden?

Rainer Zitelmann: Das habe ich Steve Forbes zu verdanken, der mich einst als Redner vermittelte. Er hatte mehrere meiner Bücher öffentlich empfohlen und zu meinem neuen Buch «Zero Sum Mindset» das Vorwort geschrieben. Er hat mich seinerzeit zu Mark Skousen, dem Organisator des FreedomFest, vermittelt. Ich war ganz verblüfft, als Mark mir schrieb, dass die Tagesordnung zwar schon feststünde, er aber von seiner Eröffnungsrede mir die Hälfte seiner Zeit für einen Vortrag abgeben könne, So hat es angefangen …

Welche Filme haben Sie beim integrierten «Anthem Film Festival» bereits gezeigt?

Ich habe jedes Jahr einen Film eingereicht, der in 3 von 4 Jahren jeweils akzeptiert wurde. Der allererste Film «Life Behind the Berlin Wall» wurde vom Publikum gleich als bester Film gewählt. Bis heute wurde er schon 650.000 Mal auf YouTube angeklickt und wird in vielen Schulen in den USA gezeigt.

Ihre Filme sind englischsprachig, richten sich also nicht primär an ein deutsches Publikum?

Ich mache alle meine Filme in Englisch, weil ich weltweit aktiv bin. Meine Bücher gibt es auch in 35 Sprachen. Die Filme haben Untertitel in vielen Sprachen, u.a. in Deutsch. Von den Filmen über Vietnam und Schweden gibt es zudem eine deutsche Fassung.

Wie heißen Ihre anderen Filme?

Im zweiten Jahr eingereicht, aber nicht angenommen, wurde «Poland – from Socialism to Prosperity». Der dritte Film, der wieder angenommen wurde, war «Vietnam – Beating Poverty with Market Economy» und wurde als «Best International Documentary» ausgezeichnet. Alles kostenlos auf YouTube zu sehen. Und der vierte ist jetzt «What Sweden Got Right», der ebenfalls als beste internationale Dokumentation ausgezeichnet wurde.

Warum gerade Schweden?

Das war mal anders in den 70er Jahren. Und wir zeigen in dem Film, wie damals Schweden vor die Wand gefahren war. Inzwischen hat Schweden die Erbschaftsteuer abgeschafft, die Schenkungssteuer abgeschafft und die Vermögenssteuer abgeschafft. Woraufhin die Milliardäre zurückgekommen sind. Waren es früher nur zwei Milliardäre, gibt es jetzt über 40 Milliardäre in Schweden, was dem Land gut getan hat. Das mag man ruhig als eine Spitze gegen die Politiker hier verstehen, die sich ein Land ohne Milliardäre wünschen.

Das heißt, die Schweden haben aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt?

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