Prinz Reuß gibt erstes Interview aus der U-Haft: „Ich wollte den Kindern helfen“

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Prinz Reuß gibt erstes Interview aus der U-Haft: „Ich wollte den Kindern helfen“
Bildquelle: NiUS

Fast vier Jahre sitzt Heinrich XIII. Prinz Reuß inzwischen in Untersuchungshaft. Im ersten Gespräch seit seiner Festnahme, das Roland Tichy mit ihm führen konnte, weist Reuß die Vorwürfe eines geplanten Staatsstreichs zurück. Er erzählt von einer verhängnisvollen Täuschung, seinem Vertrauen in die falschen Menschen und einer Verhaftung, die auch das Leben seiner pflegebedürftigen Tochter erschütterte. Im Gespräch räumt Reuß zwar Fehler ein, beharrt aber darauf, niemals Gewalt geplant zu haben.

Als Heinrich XIII. Prinz Reuß am 6. Dezember 2022 von Thüringen nach Frankfurt fuhr, wollte er dort einen Geburtstag feiern. Am nächsten Morgen fand er sich auf dem Boden seiner Wohnung wieder, überwältigt von Polizeibeamten. Erschütternd: Seine Tochter, die unter dem Down-Syndrom leidet, war ebenfalls in der Wohnung. Was für die Ermittler der Auftakt einer spektakulären Anti-Terror-Razzia war, schildert Reuß heute als traumatisches Erlebnis.

„Ich durfte nicht nach meiner Tochter gucken, erst nach einer Stunde“, berichtet er im Interview mit Roland Tichy. Als er endlich nach ihr sehen durfte, habe er sie in einem erschreckenden Zustand vorgefunden. Dass man ihn als unbewaffneten Mann gemeinsam mit der hilfsbedürftigen Tochter überrascht habe, macht das Vorgehen für ihn bis heute schwer verständlich. Seither hat sich das Leben der Familie grundlegend verändert. Einmal im Monat dürfen sich Vater und Tochter sehen.

Darüber, was das für die junge Frau bedeutet, hat NIUS ausführlich berichtet.

Heinrich XIII. Prinz Reuß mit seinen Anwälten beim Prozess.

Der Mann, den die Öffentlichkeit vor allem aus Schlagzeilen über eine angebliche Reichsbürger-Verschwörung kennt, spricht im Interview nicht nur über die Anklage, sondern auch über persönliche Verluste und seine schwindende Zuversicht.

Der Vorwurf wiegt schwer: Reuß soll an führender Stelle einer terroristischen Vereinigung beteiligt gewesen sein, die einen gewaltsamen Umsturz der Bundesrepublik vorbereitet habe. Die Bundesanwaltschaft sieht in ihm einen mutmaßlichen Rädelsführer. Seit Mai 2024 wird vor dem Oberlandesgericht Frankfurt verhandelt, ein Urteil steht aber auch nach fast vier Jahren weiterhin aus.

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