Wolfram Weimer sieht sich mit neuen Plagiatsvorwürfen konfrontiert. Dieses Mal geht es um sein Buch „Das konservative Manifest“ aus dem Jahr 2018. Wie NIUS am Montag berichtete, hat der Plagiatsforscher Stefan Weber in dem Band zahlreiche Plagiate entdeckt. NIUS sprach mit dem Wissenschaftler über die Vorwürfe und ihre juristischen wie politischen Konsequenzen.
Sie können das gekürzte Interview lesen oder sich das vollständige Gespräch im Video anschauen. Hier ist der erste Teil, weiter unten folgt der zweite.
NIUS: Herr Weber, Sie waren selbst von Wolfram Weimer betroffen. Er hatte Sie als Autor geführt, ohne Sie davon in Kenntnis zu setzen. Dagegen haben Sie sich juristisch gewehrt – mit Erfolg. Nun haben Sie erneut Urheberrechtsverletzungen entdeckt, diesmal in seinem Buch „Das konservative Manifest“. Was geht in Ihnen vor, gerade weil es sich um ein von ihm selbst als besonders persönliches Werk bezeichnetes Manifest handelt?
Stefan Weber: Es ist nicht zu fassen. Herr Weimer hat wirklich alles falsch gemacht, was man in der Textkultur nur falsch machen kann. Wir reden hier nicht über irgendeinen unbedeutenden Webbetreiber, dessen Projekte niemand kennt oder liest. Er war Chefredakteur von Focus. Er war Chefredakteur der Welt. Das heißt: Er war Führungskraft in renommierten deutschen Leitmedien.
Und dann halte ich dieses Buch in der Hand – 116 Seiten, ein ganz schmaler Band – und finde darin massive Plagiatsstellen. Abgeschrieben von einem deutschen Historiker, abgeschrieben von einem inzwischen verstorbenen Journalisten des Bayerischen Rundfunks.
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