Der Streit um die übermalten Frauenfiguren auf dem Münchner Oktoberfest nimmt eine neue Wendung. Ein Schaustellerverband spricht von „Zensurmaßnahmen“ und „Zwangspinselei“ und will aus Protest den traditionellen Wiesn-Rundgang boykottieren, an dem der Grünen-Oberbürgermeister Dominik Krause gemeinsam mit Wiesn-Chef Christian Scharpf teilnehmen wird. Inzwischen hält selbst die Münchner Rathausspitze das Vorgehen der eigenen Gleichstellungsstelle für überzogen.
Der Streit um die von der Münchner Gleichstellungsstelle beanstandeten Frauenfiguren auf dem Oktoberfest zieht immer weitere Kreise. Der Bundesverband Schausteller und Marktkaufleute kündigte nun an, aus Protest gegen die Eingriffe in die Gestaltung von Fahrgeschäften den traditionellen Wiesn-Rundgang kurz vor Eröffnung des Oktoberfestes zu boykottieren.
„Angesichts des Übergriffs wegen angeblich rassistischer Stereotype auf der Fassade des Traditionsfahrgeschäfts ‚Teufelsrad‘ sagen wir hiermit unsere Teilnahme ab“, schreibt der Verband in einem Brief an das Münchner Wirtschaftsreferat. Darin kritisiert er „Zensurmaßnahmen“ und „Zwangspinselei“. Weiter heißt es: „Die Schausteller wehren sich gegen Zensur.“ Die Gestaltung eines Fahrgeschäfts sei „Kernkompetenz des Unternehmers als Träger des wirtschaftlichen Risikos“.
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