Es ist keine Provinzposse, auch wenn sie sich beim ersten Hinsehen so darstellt: Am 30. Juni 2026 gegen 17.30 Uhr bleibt der Fahrer eines mit Passagieren besetzten städtischen Busses an einer Haltestelle für einige Minuten stehen. Er geht im Bus nach hinten, rollt seinen Gebetsteppich aus und betet für mehrere Minuten sein muslimisches Nachmittagsgebet. Die Türen des Busses lässt er geschlossen.
Das Ganze geschah in der Fürstenstraße der Marktgemeinde Ergolding, die mit der 72.000-Einwohner-Stadt Landshut via Buslinie 612 verbunden ist. Mitten also in Altbayern, mitten in Niederbayern. Die Passanten sind irritiert und melden sich beim Betreiber des ÖPNV, der mittlerweile zum Münchner Verkehrsverbund MVV der 70 Kilometer entfernten bayerischen Landeshauptstadt gehört. Der örtliche Betreiber der Buslinien, die Stadtwerke Landshut, entschuldigt sich bei den Fahrgästen; man betont, dass man die Religionsfreiheit und den Glauben des Busfahrers respektiere, die Bediensteten aber während des Liniendienstes ausschließlich ihre dienstliche Tätigkeit wahrzunehmen haben. Und fügt an: „Ein Gebet kann auch während der vorgesehenen Pausenzeiten erfolgen.“ Welche Konsequenzen die Sache für den Fahrer hat, lassen die Stadtwerke offen: „Zu arbeitsrechtlichen Maßnahmen äußern wir uns aus Datenschutz- und Persönlichkeitsgründen nicht.“
Die Busfahrer-Gebetsteppich-Szene könnte man – isoliert für sich betrachtet – schmunzelnd als eine Art Slapstick abtun. Im Verein mit Hunderten, ja Tausenden ähnlicher Szenen aber zeigt sie, wem dieses Land mehr und mehr gehört. Zumindest im Sinne der Direktorin des jährlich mit rund 15 Millionen Steuergeldern alimentierten Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM), Professor Dr. Naika Foroutan, die meinte: Dieses Land gehört eigentlich niemandem. Will sagen: Den Deutschen nicht! Es ist dies ein Land, das somit jeder in Besitz nehmen und mit seinen Gewohnheiten prägen kann.
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