Neunormale Einzelfalltage: Explosionen, Schusswaffen- und Messergewalt – willkommen in Deutschland

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Neunormale Einzelfalltage: Explosionen, Schusswaffen- und Messergewalt – willkommen in Deutschland
Bildquelle: Tichys Einblick

Der Mittwoch beginnt in Augsburg mit einer Detonation. Gegen 3.15 Uhr explodiert in einem Gebäudedurchgang an der Bahnhofstraße unmittelbar gegenüber dem Hauptbahnhof ein Gegenstand. Fensterscheiben gehen zu Bruch, eine 17-Jährige und ein 18-Jähriger erleiden Knalltraumata. Sprengstoffexperten des Bayerischen Landeskriminalamts rücken an. Nach Medieninformationen soll es sich bei dem Sprengsatz um eine Handgranate gehandelt haben; die Polizei bezeichnet das Explosionsmittel bislang offiziell lediglich als unbekannten Gegenstand.

Während des Einsatzes schlägt ein Sprengstoffhund im Hauptbahnhof bei einem weiteren Gegenstand an. Das Gebäude wird geräumt, der Zugverkehr eingestellt. Der zweite Fund erweist sich später als ungefährlich, der Bahnhof wird wieder freigegeben. Was am frühen Morgen bleibt, sind zwei Verletzte, zerborstene Scheiben und ein Tatort mitten in einer deutschen Großstadt. Die Hintergründe der Explosion sind noch ungeklärt.

Eine solche Nachricht könnte noch vor wenigen Jahren einen Tag beherrschen. Im Deutschland des Spätsommers 2026 konkurriert sie schon am Morgen mit einer ganzen Serie von Schusswaffentaten, die sich innerhalb weniger Tage quer durch das Land gezogen hat. Besonders der Dienstag liest sich wie das Einsatzprotokoll eines Landes, in dem die Schusswaffe ihre Exklusivität für das organisierte Verbrechen endgültig verloren hat.

Am Dienstagabend fallen auf einem Fabrikgelände an der Lagerstraße in Hamburg-St. Pauli Schüsse. Polizisten finden zwei Männer mit schweren Schussverletzungen in einem Gebäude. Einer stirbt noch vor Ort, der andere wenig später im Rettungswagen. Weil zunächst unklar ist, ob sich bewaffnete Täter im Gebäude aufhalten, dürfen Rettungskräfte den Tatort nicht sofort betreten. Mehr als zwei Dutzend Streifenwagen fahnden in der Nacht nach dem oder den Schützen, eine Drohne wird eingesetzt. Mordkommission und Staatsanwaltschaft ermitteln.

Fast zeitgleich wird in Berlin-Schöneberg ein 26-Jähriger niedergeschossen. Gegen 20.20 Uhr hören Anwohner in der Feurigstraße mehrere Schüsse. Nach bisherigen Erkenntnissen werden aus einer Personengruppe heraus mehrfach Schüsse auf den Mann abgegeben. Er erleidet lebensbedrohliche Verletzungen und muss notoperiert werden; am Mittwochmorgen ist er nach Angaben der Polizei außer Lebensgefahr. Die Mordkommission ermittelt.

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