Wer Politik von Propaganda scheiden will, sollte Pressekonferenzen meiden und sich stattdessen mit prüfendem Blick dem Finanzmarkt zuwenden. Auf Anleihemärkten und Aktienbörsen werden Erwartungen von Millionen Anlegern gehandelt. Die Zukunft erhält gewissermaßen ein Preisschild. Und man ist gut beraten, genauer hinzuschauen, wenn eine der großen Investmentbanken wie das US-Haus Morgan Stanley vor europäischen Staatsschulden warnt – in diesem Fall vor französischen Staatsanleihen.
Am vergangenen Freitag empfahl das New Yorker Geldhaus seinen institutionellen Kunden, Bestände französischer Staatsanleihen abzubauen – zu groß sei das Risiko angesichts der offenbar kaum noch beherrschbaren Schuldenkrise eines Staates, der sich politisch in eine Sackgasse manövriert hat.
2040 könnte das französische Schuldenbarometer 200 Prozent des Bruttoinlandsprodukts anzeigen, warnt die OECD. Sicherlich, dies liegt weit in der Zukunft. Doch die Botschaft ist nun einmal in der Welt: Emmanuel Macron ist ein Präsident ohne Volk und bald wohl auch ohne Kreditwürdigkeit.
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