Angela Merkel hat im Europäischen Parlament einen Orden erhalten. Schon dieser Satz enthält die ganze Verdrehtheit eines politischen Betriebs, der seine Schäden an den Völkern Europas mit Medaillen behängt. Die frühere Bundeskanzlerin wurde in Straßburg mit dem Europäischen Verdienstorden behangen. Eine EU, die sich selbst unablässig als Hüterin von Demokratie, Freiheit und Rechtsstaat inszeniert und Richtung Autokratie steuert, zeichnete ausgerechnet jene Kanzlerin aus, unter der Deutschland seine Grenzen preisgab, seine Energieversorgung ruinierte, seine staatliche Ordnung beschädigte und seine politische Mitte in die linke Moralverwaltung überführte, deren Folgen das Land in den Ruin treiben. Deren Migrationskurs den Brexit verursacht hat und Westeuropa zerreisst.
Doch der eigentliche Vorgang spielte sich nicht auf der Ehrentribüne ab, sondern im Saal. Rechte Fraktionen wollten die Merkel-Ehrung boykottieren und ihr fernbleiben. Ihre Plätze sollten leer bleiben. Ein sichtbarer starker Protest gegen eine Frau, deren politische Hinterlassenschaft Europa bis heute massivst belastet und deren zerstörerischer Kurs noch immer nicht korrigiert wurde. Nach Angaben mehrerer AfD-Abgeordneter und Akteure rechter Fraktionen blieben diese Plätze jedoch nicht einfach leer. Die Reihen sollen aufgefüllt worden sein. Ersatzpublikum für Angela Merkel. Statisten für den europäischen Hofstaat. Kulissenmenschen dort, wo eigentlich politische Abwesenheit sichtbar werden sollte.
Falls diese Darstellung zutrifft, passt sie so genau zu Brüssel, dass man sie kaum erfinden müsste. Nicht einmal leere Stühle dürfen stören, wenn die EU sich selbst feiert. Nicht einmal Schweigen soll sichtbar bleiben, wenn es die gewünschte inszenierte Kulisse beschädigt. Der Protest wird nicht widerlegt, er wird wegdekoriert. Das ist die Ästhetik einer Macht, die sich Zustimmung notfalls optisch beschafft.
So wurde aus dieser „Ehrung“ ein Sinnbild. Merkel bekommt einen Orden, und die EU bekommt ihr Bühnenbild. Der Protest hätte als sichtbare Lücke im Saal stehen sollen und müssen. Stattdessen soll diese Lücke geschlossen worden sein, damit aus Ablehnung wieder Festaktoptik wird und Merkels Ehrung den gewünschten Anschein geschlossener Zustimmung behält.
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