Die einflussreichsten Konzerne der Welt investieren so viel Geld wie nie zuvor, um die Politik der Europäischen Union zu beeinflussen: Laut einer aktuellen Analyse der unabhängigen Organisationen Corporate Europe Observatory (CEO) und LobbyControl geben 173 große Unternehmen und Branchenverbände mit einem jährlichen Lobbybudget von jeweils mindestens einer Million Euro im Jahr 2026 zusammen mindestens 381,75 Millionen Euro für die Einflussnahme auf Entscheidungen in Brüssel aus. Das entspricht einem Anstieg um fast 50 Prozent im Vergleich zu 2020 und einem Plus von 27,55 Millionen Euro (+7,8 Prozent) gegenüber dem Vorjahr.
Die Daten stammen aus dem offiziellen EU-Transparenzregister und wurden über die Plattform LobbyFacts ausgewertet. Die tatsächlichen Ausgaben dürften noch wesentlich höher liegen, da viele Unternehmen ihre Aktivitäten absichtlich niedrig und nur die unteren Bandbreiten angeben.
Die größten Technologiekonzerne führen mit mindestens 73 Millionen Euro jährlichen Lobbyausgaben das Ranking an. Dahinter folgen Energiekonzerne mit mindestens 52 Millionen Euro und die Chemie- sowie Agrarbranche mit 46,5 Millionen Euro. Besonders auffällig ist der massive Zuwachs bei Big Tech: Die Branche nutzt diese Mittel intensiv, um Regulierungen wie den Digital Markets Act, den Digital Services Act, den AI Act und die DSGVO abzuschwächen oder zu verzögern.
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